Den Rhythmus verloren

Nicht gut bekommen, scheint den Bornheimer Fußballerinnen die mehrwöchige Spielpause während der  Osterferien. Während die Hessenliga-Elf beim MFFC  Wiesbaden verdienterweise mit 1:3 die Segel streichen musste, unterlag das Gruppenliga-Team auf eigenem Platz der SpVgg. Bad Nauheim überraschend mit 2:5. Damit muss die Mannschaft von Trainer Erdinc Özkusku auch die letzte noch verbliebene Hoffnung auf Platz 2 und die damit verbundene Relegationsteilnahme endgültig begraben.

Zwar konnte Trainer Manfred Michel trotz des Ausfalls von 3 Stammkräften eine eigentlich schlagkräftige Truppe in das Match bei den Landeshauptstädterinnen schicken, musste aber schon bald erkennen, dass die lange Pause seit dem letzten Match 4 Wochen zuvor, seinem Team alles andere als gut getan zu haben schien. Während die Wiesbadenerinnen in der Vorwoche noch den gemeinsamen Ligakonkurrenten Eintracht Frankfurt etwas überraschend aus dem Hessenpokal gekegelt und dabei reichlich Selbstvertrauen gesammelt hatten, wirkte Bornheim über die nahezu gesamten 90 Minuten träge und unausgeschlafen. Zu oft war man einen Schritt zu langsam, zu oft wurde der Ball leichtfertig verloren, zu oft fehlte die Spitzigkeit um in den 1:1-Duellen die Oberhand behalten zu können.  Hatte ein erster Lattentreffer der Gastgeberinnen nach 10 Minuten bereits angedeutet, wohin die Reise gehen sollte, war es schließlich Mira Krummenauer die nach einer knappen halben Stunde ihr Team mit 1:0 (29.) in Front schießen konnte.

Ein Doppelwechsel von Coach Michel sollte zwar im Laufe der zweiten 45 Minuten zwischenzeitlich für eine leichte Belebung im Bornheimer Spiel sorgen, jedoch war es zunächst der MFFC, der mit dem 2:0 (58.) durch Jessica Hess seine Aussichten auf einen Dreier deutlich erhöhte. Als habe Bornheim nun endlich verstanden, folgte im Anschluss die stärkste Phase der Gäste. Nach dem  die eingewechselte Sonnur Kiricioglu  auf 2:1 (63.) verkürzen konnte und nur weitere 2 Minuten darauf Laura Predoi mit einem strammen Schuss die Querlatte des Wiesbadener Tores traf, schien eine Wende im Spiel möglich. Allerdings sollte sich all dies nur als ein kurzzeitiges Aufflackern  der Vitalfunktionen erweisen. Stattdessen hatte Wiesbaden schnell wieder das Heft des Handelns übernommen und entschied mit dem 3:1 (70.) durch Jaqueline Ocak die Partie endgültig zu seinen Gunsten. Negativer Höhepunkt aus Bornheimer Sicht war die Verletzung von Keeperin Angie Bielawski, die sich sozusagen mit dem Schlusspfiff bei einem Zusammenprall mit einer gegnerischen Spielerin einen Cut an der Augenbraue zuzog, der in einem Wiesbadener im Krankenhaus genäht werden musste.

„Heute waren wir zu oft nur der 2.Sieger und haben uns in den direkten Duellen nicht entscheidend durchsetzen können. Was wir heute gezeigt haben, ist gegen eine Mannschaft mit der Qualität des MFFC zu wenig, um gewinnen zu können. Daher geht der Sieg der Gastgeberinnen auch vollkommen in Ordnung“ zeigte sich Trainer Michel nach dem Spiel  als fairer Verlierer. Für den Sportlichen Leiter Christoph Schaaff waren es indessen auch Mentalitätsgründe, die zur Niederlage geführt hatten: „Wenn man sich die Trainingsbeteiligung der letzten 4 Wochen betrachtet, darf man sich eigentlich nicht über ein solches Ergebnis wundern. Da haben wohl Einige ihren Rhythmus verloren„ so Schaaff. „Wer sich die Tabelle der Hessenliga genau anschaut, sollte schnell erkennen dass der Klassenerhalt noch lange nicht geschafft ist. Vor uns liegt noch viel Arbeit!“ mahnt Schaaff alle Beteiligten vor allzu viel Sorglosigkeit. 

Zum Schaulaufen dürfte sich vermutlich dagegen der restliche Saisonverlauf für das Gruppenliga-Team entwickeln. Mit der deutlichen 2:5-Heimpleite gegen Bad Nauheim musste sich Bornheim nun auch endgültig aus dem Rennen um Platz 2 verabschieden und scheint bei 9 Punkten Vorsprung auf Verfolger Düdelsheim II Platz 3 nahezu sicher zu haben.

Bereits früh hatten die Gäste aus der Bäderstadt durch Tore von Jana Harms (03.) und Katrin Krokolinski (08.) die Weichen auf Erfolg gestellt und führten noch vor der Pause durch einen weiteren Treffer von Jana Harms (20.) die Vorentscheidung herbei. Auch nach der Pause sollte sich keine Besserung im Bornheimer Spiel einstellen, so dass abermals Katrin Krokolinski (60.) und ihre Schwester Veronika (67.) mit 2 weiteren Treffern Bornheim in ein Debakel zu führen schienen.  In den Schlussminuten bewies die SG dann aber doch noch Moral und konnte durch Tore von Sonja May (85.) und Alex Galle (87.) dass Schlussresultat ein wenig erträglicher gestalten.

„Bei den Gegentreffern haben wir Spalier gestanden und Bad Nauheim zum Tore schießen förmlich eingeladen“, stellt Bornheims Spielführerin Alex Galle dann nach Spielende enttäuscht fest. „Jetzt müssen wir den Fokus darauf richten, auch ohne große Perspektive die restlichen Spiele ordentlich über die Bühne zu bringen und die Zügel dabei nicht schleifen zu lassen“ lautete das ergänzende Fazit von Coach Özkusku.

CS

1. und 2. Frauen

Sieg zum Auftakt der "Wochen der Wahrheit"

Kollektives Aufatmen beim Bornheimer Hessenliga-Team: Dank eines knappen aber verdienten 0:1-Auswärtserfolgs bei BG Marburg, konnte das Team von Trainer Sven Walzer den ersten Saisonsieg einfahren und damit gleichzeitig den letzten Tabellenplatz verlassen. „Das war ein eminent wichtiger Sieg in einem für uns richtungsweisenden Spiel“ war der Bornheimer Coach nach dem Spiel dementsprechend erleichtert. Dagegen zeigt die Leistungskurve bei Bornheims „Zweiter“ weiter bergab, die im Heimspiel gegen die FSG Usinger Land sang- und klanglos mit 0:4 unterging.

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