Heißes Pflaster Bornheim

Wie schon öfters in der Vergangenheit, hat sich die Bornheimer „Aldi-Arena“ wieder einmal als heißes Pflaster für einen vermeintlichen Favoriten erwiesen. Diese Erfahrung musste jetzt auch der Tabellenzweite und Aufstiegsaspirant Opel Rüsselsheim machen und unterlag der SG Bornheim nach umkämpften 90 Minuten mit 0:1. Auch Bornheims „Zweite“ konnte nach zuletzt 2 Pleiten in Folge wieder ein Erfolgserlebnis verbuchen und bezwang im innerstädtischen Derby die TSG 51 Frankfurt mit 3:0.

Für das Bornheimer Hessenliga-Team hatte das Match verheißungsvoll begonnen. Bereits nach 15 Minuten war es Damla Bulut, die per Freistoß den Führungstreffer zum 1:0 markieren konnte. Allerdings bedurfte es dabei ein wenig der Unterstützung der gegnerischen Torhüterin Elisabeth Scherzberg, die bei ihrer Abwehraktion nachfassen musste, den Ball dabei aber erst hinter der Torlinie unter Kontrolle bekam. Eine erste große Chance zum Ausgleich bot sich den Gästen nach 28 Minuten, jedoch verfehlte Lorena Bernardie mit ihrem Schuss das Bornheimer Gehäuse. Fast im Gegenzug eröffnete sich der SG die große Gelegenheit auf 2:0 zu erhöhen, jedoch verpasste Sonnur Kiricioglu völlig freistehend das mögliche 2:0 für ihr Team. Fast hätte sich diese Nachlässigkeit gerächt, als Hessenliga-Top-Torjägerin Ginalolita Buglisi kurz vor der Pause (42.) zum ersten Mal gefährlich vor dem Bornheimer Kasten auftauchte. Ihren Schuss konnte die abermals das Tor der SG hütenden Elena Belkaid mit einer Glanzparade gerade noch zur Ecke abwehren und rettete ihrer Mannschaft damit die knappe, aber dennoch nicht unverdiente Pausenführung.

Das Schwinden, aller noch vorhandenen Meisterschaftshoffnungen vor Augen, erhöhten die Opelanerinnen erwartungsgemäß nach der Pause den Druck noch einmal deutlich und wären dafür auch beinahe frühzeitig belohnt worden. Diesmal war es jedoch das Aluminium, das Bornheim beim einem Pfostentreffer von Bernardie (56.) hilfreich zur Seite stand und einen Einschlag verhinderte. In der Folge entwickelte sich die Partie mehr und mehr zu einem Spiel auf ein Tor. Immer wieder versuchte Rüsselsheim mit gutem und schnellem Kombinationsspiel gefährlich vor das Tor der Bornheimerinnen zu gelangen, scheiterte jedoch ein ums andere Mal an der an diesem Tag hervorragend organisierten und vielbeinigen Bornheimer Defensive. Das es am Ende für die Gäste dennoch nicht für zumindest einen Zähler reichen sollte, war schließlich auch Torhüterin Belkaid zu verdanken, die sich in der Schlussphase der Partie abermals in einen Schuss von Buglisi warf (82.) und damit den möglichen Ausgleich verhindern konnte.

Entsprechend groß war verständlicherweise der Bornheimer Jubel nach dem Schlusspfiff. Hatte man nicht nur den Favoriten bezwungen, sondern mit diesem Dreier zugleich auch den Klassenerhalt endgültig unter Dach und Fach gebracht und darf nun für ein weiteres Jahr Hessenliga planen. Entsprechend zufrieden zeigte sich Trainer Michel nach der Partie: "Wir haben heute vor allem Dank einer herausragenden und disziplinierten Abwehrarbeit den entscheidenden Schritt in Richtung Klassenerhalt gemacht. Ein großes Kompliment an das gesamte Team, das heute 90 Minuten aufopferungsvoll für diesen wichtigen Erfolg gekämpft hat!" Auch das Resümee von Abteilungsleiter Christoph Schaaff fiel durchweg positiv aus: "Das es gegen Rüsselsheim kaum möglich sein würde spielerisch zu glänzen, haben wir erwartet. Fußball ist manchmal auch arbeiten und kämpfen. Dass wir das beherrschen, haben wir heute nachgewiesen. Zudem fühlen sich Siege gegen Favoriten immer besonders gut an. Jetzt wollen wir im letzten Heimspiel in 14 Tagen gegen Eintracht Frankfurt noch einmal alles tun, um vielleicht für eine weitere Überraschung zu sorgen" richtete Schaaff mit einem leichten Augenzwinkern den Blick bereits auf das Match gegen den designierten Meister und Regionalliga-Aufsteiger.

Ebenfalls einen langen Atem benötigte das Gruppenliga-Team im Duell gegen die nach wie vor abstiegsbedrohte TSG 51. Trotz klarer Feldüberlegenheit dauerte es bis zur Schlussphase, bevor Steffi Löhr mit ihren Treffern zum 2:0 (81.) und 3:0 (90.) den Sieg endgültig sicherstellen konnte.

Die gleiche Spielerin hatte bereits in Halbzeit eins durch ihren Freistoßtreffer zum 1:0 (36.) für die verdiente Pausenführung gesorgt. Zwar konnte sich Bornheim über die gesamte Spielzeit hinweg immer wieder gute Torgelegenheiten erspielen, schien an diesem Tag aber das sprichwörtliche Zielwasser vergessen zu haben. So scheiterten Selina Krüger (31.), Lena Sittardt (77./88.) sowie Triple-Torschützin Löhr (49./86.) bei weiteren hochkarätigen Möglichkeiten und verpassten damit einen deutlich höheren Erfolg. Auf der Gegenseite verlebte Kay-Jana Rütters bei ihrem ersten Match nach ihrer Baby-Pause einen nahezu beschäftigungslosen Nachmittag und hatte keine Mühe, ihren Kasten sauber zu halten.

Als Pflichtsieg verbuchte Trainer Erdinc Özkuscu den am Ende doch recht deutlichen Erfolg seiner Mannschaft: "Auch wenn wir zu viele Chancen ausgelassen haben, zählt am Ende vor allem der Sieg. Letzte Woche hatten wir ebenfalls genug Torchancen, haben aber nicht getroffen und am Ende unglücklich verloren. Das haben wir heute besser gelöst", so Özkuscu.

CS

 

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Das Siegen nicht verlernt

Versöhnlicher Saisonausklang für Bornheims Hessenliga-Fußballerinnen: Nach zuletzt 2 Niederlagen in Folge, kam die SG am letzten Spieltag in der nordhessischen Warmetal-Kampfbahn zu einem 2:3-Auswärtserfolg über den TSV Zierenberg und bewiesen damit, dass sie das Siegen nicht verlernt haben. Während die Gastgeberinnen schon vor dem Spiel als Absteiger feststanden, belegt das Team von Trainer Manfred Michel Platz 7 der Abschlusstabelle in Hessens höchster Spielklasse. Lediglich zu einem 3:3-Unentschieden reichte es -trotz einer zwischenzeitlichen 3:0-Führung- für Bornheims Zweite in der Partie bei der SpVgg. 03 Neu-Isenburg. Dieses Resultat hatte jedoch aus Bornheimer Sicht keinen Einfluss mehr auf das Klassement  der Gruppenliga, das die Bornheimerinnen zum Saisonende als Tabellendritten ausweist.

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