Bornheims Aktie weiter im Sinkflug

Auch nach dem 8.Spieltag befindet sich die Bornheimer Frauenfußball-Aktie weiter im Sinkflug. Selbst das zwischenzeitliche kleine Hoch durch den 3:0-Pokalerfolg vom vergangenen Mittwoch gegen die FSG Niedermittlau/Lieblos konnte den Bornheimer Aktienkurs nicht dauerhaft beleben und  wurde nur 3 Tage später durch die 1:4-Auswärtsschlappe beim FSV Hessen Wetzlar II bereits wieder beendet. Wenig besser erging es der „Zweiten“, die sich beim Tabellenführer TSG 51 Frankfurt mit 0:2 geschlagen geben musste und damit die dritte Pleite in Folge einfuhr.

Eigentlich hatte es für das Hessenligateam beim Auftritt in Wetzlar zunächst gut begonnen, als Canan Yikilmaz ihr Team nach 17 Minuten mit 1:0 in Front bringen konnte. Allerdings sollte die Führung nicht lange Bestand haben. Binnen 2 Minuten drehte der Regionalliga-Absteiger aus Wetzlar durch einen Doppelschlag von Mara Bonnert und Michelle Topf (22./24.) das Spiel und ging seinerseits mit 2:1 in Führung. Pech dabei, dass dem Ausgleichstreffer eine aus Bornheimer Sicht klare Abseitsstellung vorausgegangen war, die der Schiedsrichter jedoch nicht erkannt hatte. Die Führung der Heim-Elf resultierte dahingegen aus einem beherzten Sololauf der besten Wetzlarer Akteurin Michelle Topf, die die komplette Bornheimer Defensive überlief und zum 2:1 einschoss.

War Bornheim trotz des Rückstandes zur Pause im ersten Durchgang keinesfalls die schlechtere Mannschaft gewesen, änderte sich dieser Eindruck auch nach dem Seitenwechsel nicht. Weiterhin auf Augenhöhe mit dem FSV, zeigte Bornheim nach wie vor eine ansehnliche Leistung, verstand es jedoch nicht, sich in den Offensivaktionen entscheidend durchzusetzen. Nachdem sich zunächst den Wetzlarerinnen durch Bonnert (61.) und Christ (66.) Möglichkeiten zum 3:1 geboten hatten, vergab auf der Gegenseite nach 79 Minuten Bornheims Caroline Girard die große Chance zum Ausgleich. Nach einer gut getimten Flanke von Nicole „Jackson“ Gueye war Girard per Kopf zur Stelle, vergab aber aus kurzer Distanz.

Ein Eigentor von Kapitänin Esma Gado besiegelte schließlich in der Schlussminute den endgültigen Knockout für die auch an diesem Tag wieder glücklos agierende Bornheimerinnen. Ein vom Torpfosten zurückspringender Ball sprang Bornheims Spielführerin an das Bein und von da aus zur endgültigen Entscheidung ins eigene Netz. Das abschließende 4:1 in der Nachspielzeit durch Ann-Kathrin Kundermann war schließlich zwar nicht mehr wirklich entscheidend, jedoch ein weiterer Nadelstich in die in dieser Saison ohnehin schon arg gepeinigte Bornheimer Fußballseele.

„Zumindest ein Punktgewinn wäre heute sicherlich möglich und auch verdient gewesen“ zeigte sich Bornheims Trainer Sven Walzer dann auch mit dem Ergebnis unzufrieden. „Wir haben uns, wie in einigen anderen Spielen zuvor, auch heute wieder auf Augenhöhe mit dem Gegner präsentiert, schaffen es aber im Moment nicht, unsere Leistung auch in positive Ergebnisse umzusetzen“, so Walzer.

Ebenfalls weiter auf Talfahrt bleibt derzeit die Aktie von Bornheims Gruppenligafußballerinnen. Nach dem anfänglichen Hoch zum Saisonbeginn blieb das Team um das Trainerduo Christian Walter und Kai Zitzer auch im innerstädtischen Derby mit der TSG 51 ohne Punkte und rutschte in der Tabelle auf Platz 7 ab. Gegen ein zweikampstarkes und körperlich robust aufspielendes TSG-Team konnte sich Bornheim zu selten durchsetzen und geriet nach 22 Minuten durch einen Treffer von Lauren Eckert mit 0:1 in Rückstand. Auch im weiteren Spielverlauf gelang es der SG nicht, sich nennenswerte Torgelegenheiten zu erspielen und blieb über weite Strecken blass. Insbesondere das verletzungsbedingte Fehlen von Zita Kayser machte sich einmal mehr bemerkbar. Dennoch gelang es Bornheim die Partie bis zum Ende offen zu halten, bevor schließlich Patricia Schwab in der Schlussminute doch noch das 2:0 für die Hausherrinnen gelang.

„Wir haben uns heute in den wichtigen Duellen im Mittelfeld aber auch im gegnerischen Strafraum nicht behaupten können und die notwendige körperliche Präsenz vermissen lassen“, lautete die Bilanz von Trainer Zitzer, für den die Niederlage die logische Konsequenz aus dieser Tatsache darstellten. „Nächste Woche gegen die FSG Usinger Land wollen wir uns wieder von einer anderen Seite präsentieren und die Niederlagenserie beenden“, so Zitzer, der dann auf eine Rückkehr von Zita Kayser sowie auf Neuzugang Sarah Schönwälder hofft, die mit einem Zweitspielrecht für die SG auflaufen wird. „Von Sarah erhoffen wir uns vor allem eine Belebung unseres Offensivspiels“ ist der Coach optimistisch.

CS