Ein Punkt fürs Selbstvertrauen

Einen wichtigen Auswärtspunkt konnten Bornheims Fußballerinnen aus dem Nachholspiel beim MFFC Wiesbaden entführen und haben damit den zuletzt gezeigten Aufwärtstrend bestätigt.  „Auch wenn uns der eine Punkt tabellarisch nicht wirklich weiterhilft, war er aber für das Selbstvertrauen der Mannschaft eminent wichtig“, war Abteilungsleiter Christoph Schaaff mit dem Auftritt des Teams hochzufrieden. „Schließlich ist der MFFC keine Laufkundschaft sondern ein Hessenligist mit Aufstiegsambitionen“, so der Sportliche Leiter.

Aus einer kompakten Defensive heraus über schnell vorgetragene Konter zum Torerfolg zu kommen, lautete die Marschrichtung von Trainer Sven Walzer für die Partie in der hessischen Landeshauptstadt. Zumindest die Umsetzung von Teil 1 dieses Planes sollte der Mannschaft im ersten Durchgang dann auch nahezu perfekt gelingen. Über eine gut gestaffelte Abwehrreihe und ein engmaschiges Mittelfeld konnte Bornheim Ball und Gegner weitestgehend vom eigenen Tor fernhalten und lies Wiesbadens Offensivbemühungen meist ins Leere laufen. Da es Bornheim auf der anderen Seite aber nur sehr selten gelang die geplanten Nadelstiche zu setzen, blieben Torchancen hüben wie drüben Mangelware. Bornheim schien das 0:0 zur Halbzeit bereits in der Tasche zu haben, als der MFFC unmittelbar vor dem Pausenpfiff schließlich doch noch zum Erfolg kam. Nachdem Steffi Jarosch Bornheims Keeperin Sonnur Kiricioglu zunächst zu einer Glanzparade per Fußabwehr gezwungen hatte, nahm zwei Minuten später Paula Marie Kagel besser Maß und brachte mit einem platzierten Flachschuss aus 20 Metern die Gastgeberinnen doch noch mit 1:0 in Front (45.)

Bornheim wäre aber nicht Bornheim, würde man sich von einem solchen Rückschlag nachhaltig beeindrucken lassen. Auch wenn Wiesbaden mit der Führung im Rücken nach dem Wiederanpfiff den etwas präsenteren Eindruck hinterließ, stemmte sich die SG mit nimmermüdem Einsatz und Kampfeswillen gegen einen nun stärker werdenden MFFC. Trotz des zunehmenden Drucks in Richtung Bornheimer Tor, konnte sich Wiesbaden aber dennoch nur einzelne und wenig zwingende Abschlüsse erarbeiten. Als schließlich Wiesbadens  Caroline Berghorn in der 82.Minute wegen wiederholten Foulspiels mit der gelb-roten Karte bedacht und des Feldes verwiesen wurde, schien dies so etwas wie ein Weckruf für eine Bornheimer Schlussoffensive zu werden. Die ursprünglich mit nur einer Spitze ausgestattete und im Spielverlauf auf eine Doppelspitze umgestellte SG-Offensive wurde durch die Einwechslung von Zehra Inceoglu als dritte Spitze weiter aufgestockt und drängte in den Schlussminuten deutlich entschlossener in Richtung des Wiesbadener Tores. Als Vera Klingebiel kurz darauf mit einem Heber Keeperin Svenja Rode überwand (85.), wähnte sich Bornheim bereits am Ziel, jedoch verweigerte Schiedsrichter Daniel Kamnitzer dem Treffer wegen einer Abseitsstellung die Anerkennung. Förmlich mit dem letzten Atemzug gelang der SG aber am Ende dennoch der verdiente Treffer zum 1:1 (90.) als Sandra Ott nach einem Eckball zur Stelle war und den aus Bornheimer Sicht viel umjubelten Ausgleich markierte. „Ich ziehe den Hut vor der Leistung meiner Mädels, die heute wieder alles rausgehauen und bis zum Schlusspfiff aufopferungsvoll gefightet haben“ gab ein sichtlich begeisterter Trainer Walzer nach dem Match zu Protokoll. „Sie haben alles, was wir an taktischen Dingen besprochen haben, auch umgesetzt und vor allem kämpferisch vollkommen überzeugt. Auch wenn der Ausgleich spät und damit zu einem für uns glücklichen Zeitpunkt gefallen ist, war er dennoch vollauf verdient“, so der Bornheimer Coach.

Mit dem Erstrunden-Match im Hessenpokal bei der SG Ueberau (Samstag 18.11.17 um 14 Uhr) steht für Walzer und sein Team das letzte Pflichtspiel des Jahres auf dem Programm. „Auch hier wollen wir noch einmal ein gutes Spiel zeigen und die nächste Runde erreichen“ gibt sich der Bornheimer Coach entsprechend optimistisch und will mit seiner Mannschaft das Fußballjahr 2017 mit einem Erfolg abschließen.

CS