Vertane Chance

Punktloses Wochenende für Bornheims Fußballerinnen: Nachdem das Gruppenliga-Team bereits am Samstag nach einer 0:2-Pleite bei Phönix Düdelsheim die Heimreise ohne Punkte antreten musste, blieb nur einen Tag später auch die Hessenliga-Elf von Trainer Walzer gleichermaßen erfolglos und verpasste durch das 1:3 im Nachholspiel bei Eintracht Lollar wertvolle Punkte im Kampf gegen den Abstieg.

„Leider haben wir diesmal nicht an die tolle Leistung aus dem Heimspiel gegen Wiesbaden anknüpfen können und vor allem in der ersten Halbzeit das Spiel komplett verschlafen“, war Trainer Walzer nach den 90 Minuten dementsprechend angefressen. „Mit einem Erfolg hätten wir einen wichtigen Schritt Richtung Klassenerhalt machen können. Diese Chance haben wir vertan! „, so der Coach.

Vorsichtig formuliert, hatten beide Teams den zahlreich erschienenen Zuschauern -vor allem in der ersten Halbzeit- ein Fußballspiel auf äußerst überschaubarem Niveau geboten. Ein von zahlreichen großen bis kleinen Fehlern sowie vielen Unterbrechungen geprägter erster Spielabschnitt bot den Anhängern beider Teams nur wenig Ansehnliches und kaum nennenswerte Strafraumszenen. So war es dann auch bezeichnend, dass die Führung für Lollar aus einem Eigentor (35.) durch Bornheims Laura Predoi resultiert. Die aus Bornheimer einzigen Annäherungen an das gegnerische Tor waren bei einem Freistoß von Nicole „Jackson“ Gueye (32.) sowie einem Schuss von Jenny Zitnik (40.) zu verzeichnen, die beide allerdings nur mit viel Wohlwollen als Torchancen zu bezeichnen waren. Der einzig wirklich sehenswerte Spielzug führte schließlich unmittelbar vor dem Pausenpfiff zum 2:0 (45.) für Eintracht Lollar durch Julia Wieczorek.

Schien auf Grund des als desolat zu bezeichnenden Gästeauftritts das Spiel damit zur Halbzeit bereits ein wenig vorentschieden, schien Bornheim nur 7 Minuten nach Wiederanpfiff eine Woche nach Ostern so etwas wie seine  Auferstehung feiern zu können. Allerdings bedurfte es, wie bereits zuvor beim 1:0 für Lollar, einer gehörigen Portion an gegnerischer Hilfestellung. Einen eigentlich harmlosen Schuss von Jenny Zitnik ließ Eintracht-Keeperin Nika Zethner durch die sprichwörtlichen Hosenträger rutschen und bescherte Bornheim damit den Anschlusstreffer zum 2:1 (52.). Kurzzeitig bekam die SG nun etwas Oberwasser und hatte nur wenig später (57.) sogar die Chance zum 2:2, jedoch scheiterte Christina Depta mit ihrem Schussversuch an Lollars Schlussfrau. Die letzten Zweifel am schließlich verdienten Sieg der Heimelf besorgte 3 Minuten später abermals Wieczorek mit ihrem Treffer zum 3:1 (60.), die den Ball dabei allerdings erst im dritten Nachschuss im Kasten unterbringen konnte. Zu diesem Zeitpunkt lag  Bornheims Keeperin Kaya Rütters allerdings nach einem vorangegangenen Zusammenprall verletzt am Boden, was der Schiedsrichter aber nicht zum Anlass nahm, das Spiel zu unterbrechen. Fast hätte Lollar sogar noch Treffer Nr.4 nachgelegt, scheiterte aber durch Jeanine Stoefhas an der Querlatte (75.).

„Vor uns liegen jetzt Spiele gegen unmittelbare Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt. Diese Aufgaben müssen wir jetzt deutlich konzentrierter angehen als die heutige Partie, damit wir entsprechend punkten!“ richtete Trainer Walzer den Blick unmittelbar nach Spielschluss bereits nach vorne. „Dass wir es viel besser können, haben wir bereits bewiesen!“

Mit dem buchstäblich letzten Aufgebot war tags zuvor Bornheims „Zweite“ zum Nachholspiel nach Düdelsheim gereist.  Dem Bornheimer Wunsch auf Verlegung der Partie hatte der Gegner leider widersprochen, so dass Trainer Christian Walter schließlich sogar Co-Trainerin Yvo Schröder kurzfristig reaktivieren musste um eine spielfähige Mannschaft aufbieten zu können. Trotz dieser widrigen Umstände schlug sich die Bornheimer Not-Elf jedoch einigermaßen beachtlich, war aber dennoch gegen den Ex-Hessenligisten weitestgehend auf verlorenem Posten. Kurz vor der Pause nutzte Düdelsheim eine seiner zahlreichen Torgelegenheiten und kam durch Aileen Muecke zur verdienten 1:0-Pausenführung (45.). Die beste Bornheimer Torchance resultierte aus einem Schuss von Lena Döll, die einen möglichen Torerfolg der Gäste aber knapp verpasste.

Nach dem Seitenwechsel legte Phönix in der 58. Minute durch Theresa Ritzel zum 2:0 nach und brachte diese Führung gegen am Ende mehr und mehr nachlassende Bornheimerinnen schließlich auch über die Zielgerade.

„Dafür, dass wir heute mit dem allerletzten Aufgebot angetreten sind, haben wir uns so teuer wie möglich verkauft“, war Trainer Christian Walter am Ende daher auch vom Spielausgang nur wenig überrascht und ergänzte:  „Die notwendigen Punkte zum Klassenerhalt müssen wir uns ohnehin gegen andere Gegner sichern“.

CS