Bornheim und der ruhende Ball

Das Beste mal zum Anfang: Auswärts 2:4 gewonnen, 3 weitere Punkte auf dem Konto und Tabellenplatz 3 in der Verbandsliga. Also alles in allem eigentlich kein Grund zur Unzufriedenheit. So oder so ähnlich könnte man aus Sicht von Bornheims Verbandsliga-Team denken.

Und doch wollte sich nach dem Erfolg gegen die TSG 51 Frankfurt nicht vollkommene Zufriedenheit einstellen. Gewonnen, aber auch diesmal wieder ein Spiel mit immer wiederkehrenden Wechseln zwischen Höhen und Tiefen, wäre ein wohl treffendes Fazit für den Bornheimer Auftritt an diesem Nachmittag gewesen. Was am Ende zählt, ist das Ergebnis, könnte eine ebenso passende wie berechtigte Erwiderung sein. Aber irgendwie ist der eigene Anspruch vielleicht dann doch ein anderer. Würde man doch gerne auch mal konstant über 90 Minuten souverän performen.

Dennoch nicht unzufrieden war Bornheims Coach Thomas Stein, der nach der Partie eine weitere Steigerung gegenüber den bisherigen Auftritten seiner Elf erkannt hatte: „Die heutige Leistung war wieder ein Schritt nach vorne. Wir hatten viele gute Phasen im Spiel, hatten gute  Balleroberungen und konnten einige vielversprechende Konter setzen. Es gibt aber natürlich auch noch einige Dinge, an denen wir arbeiten müssen“, fasste Stein das Spielgeschehen zusammen.

Vielleicht dachte Stein dabei ja auch daran, dass es ähnlich wie schon gegen Schaafheim und Nieder-Ramstadt wieder einmal  Standardsituationen waren, die den Gegnerinnen den Torerfolg ermöglichten. Der ruhende Ball scheint bisher jedenfalls nicht unbedingt ein Freund der Bornheimerinnen zu sein.

Durch einen Treffer von Vanessa Kempf war die SG auf dem Kunstrasen an der Niedwiesenstraße zunächst in Führung gegangen. Nach einer Balleroberung kurz vor dem 16-er ließ Kempf mit ihrem anschließenden Flachschuss zum 0:1 (12.) ins untere Toreck Marie Joelle Sadien im Kasten der TSG keine Chance.

A apropos ruhender Ball: Der erste Eckball der Gastgeberinnen führte nur wenig später zum etwas überraschenden Ausgleich für die TSG. Bis dahin noch ohne Torabschluss, war es die TSG, die in Person von Lena Möller, eine  Hereingabe zum 1:1 (20.) nutzen konnte, nachdem Bornheims Defensive zuvor den Ball nicht aus der Gefahrenzone hatte befördern können.

In einer ansonsten weitestgehend ereignislosen ersten Halbzeit war Bornheim zwar auch weiterhin das mehr oder weniger spielbestimmende Team, konnte daraus aber keinen Nutzen ziehen.

Ein Doppelschlag von Kempf ließ Bornheim schon recht früh nach dem Seitenwechsel auf die Siegerstraße einbiegen. Nach ihrem Treffer zum 1:2 (55.) konnte Bornheims Torschützin vom Dienst nur 3 Minuten später auch das 1:3 (58.) nachlegen und brachte damit eine gewisse Sicherheit ins Bornheimer Spiel.

Erneut war es aber eine Standardsituation, die den Hausherrinnen knapp 10 Minuten vor dem Spielende im Anschluss an einen Freistoß den Weg zum Anschlusstreffer durch Manuela Garbe ermöglichte.

In Erwartung eines direkten Abschlusses auf das Tor, ließ sich Bornheim von einem stattdessen flach in den Strafraum gepassten Ball überraschen, den Garbe zum 2:3 im Kasten versenkte und dabei auch Jannika Rullkötter im Bornheimer Tor düpierte.

Die nun in der Folge erwartete Schlussoffensive der TSG blieb aber aus. Stattdessen war es einmal mehr Kempf, die sich auch den letzten Eintrag in der Torschützinnneliste dieses Tages sicherte und mit dem 2:4 (89.) jeden noch vorhandenen Zweifel an einem Bornheimer Erfolg beseitigen konnte.

So stand am Ende neben 3 weiteren Punkten die Erkenntnis, dass Bornheim aus dem Spiel heraus vor dem eigenen Tor wieder einmal nur ganz wenig zugelassen, nach ruhenden Bällen aber erneut eine gewisse Anfälligkeit gezeigt hatte.

Ebenfalls drei Punkte konnte sich Bornheims Zweite sichern, die unter ihrem neuen Trainer Adrian Tavana beim 0:6-Auswärtserfolg bei der TSG Neu Isenburg sogar einen Kantersieg feiern durfte. Nach dem erfolgreichen Abschluss der Gespräche hatte der zuletzt beim SC Riedberg tätige Coach bereits unter der Woche das Training aufgenommen.

„Wir sind sehr froh, dass wir die entstandene Lücke mit Adrian nicht nur schnell sonder auch sehr gut schließen konnten“, zeigte sich Bornheims Abteilungsleiter Christoph Schaaff erleichtert. „Wir sind vollauf davon überzeugt, dass er gut zu unserem Team passt und der Mannschaft die notwendigen Impulse für eine erfolgreiche Saison geben kann“, urteilt Schaaff über den neuen Coach und Inhaber der B-Lizenz.

Unterstützt wird Tavana auch weiterhin von Kim Diehl, die nach dem Ausscheiden von Michael Mau das Team als Interims-Coach geführt hatte. Auch für Diehl findet Schaaff lobende Worte: „Kim hat in der Übergangsphase einen überragenden Job gemacht. Da haben wir ein echtes Trainerinnen-Talent entdeckt“, ergänzt Schaaff mit einem Augenzwinkern.

Im ersten Spiel unter dem neuen Trainerteam stand Bornheim im Match gegen den bisherigen Tabellenzweiten TSG Neu Isenburg vor einem schwierigen Prüfstein.

Schon nach 8 Minuten überraschte Sabine Abdulahi die Zuschauer mit einem Kopfballtor im Anschluss an einen Eckball und brachte Bornheim früh mit 0:1 in Führung. In den folgenden Minuten entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel, in dem Bornheim zwar etwas mehr Ballbesitz für sich verzeichnen konnte, aber auch anfällig für gegnerische Bälle in die Tiefe war.

Franca  Löhlein erhöhte in der 24. Minute auf 0:2. Zwar konnte Neu Isenburg in der Folge einige vielversprechende Angriffe inszenieren, ohne sich jedoch dafür belohnen zu könne. Stattdessen erhöhte Anabelle Mau kurz vor der Halbzeitpause durch einen schönen Distanzschuss auf 0:3 (45.).

Zu Beginn der 2.Halbzeit sorgten die Einwechslungen von Livia Lass und Marlen Böttcher für mehr Belebung auf den Außenbahnen. Diese Wechsel sollten sich schon bald auszahlen, als Leyla Hitzeroth auf 0:4 (50.) erhöhen konnte.

Insgesamt spielte Bornheim nun mutiger nach vorne, konnte sich einige gute Torchancen erspielen und belohnte sich am Ende mit 2 weiteren Toren von Sabine Abdulahi (80./82.) zum späteren Endstand.

Dementsprechend  fiel  am Ende auch die Bilanz von Trainer Adrian Tavana aus: „Mit der heutigen Mannschaftsleistung  können wir sehr zufrieden sein. Die Mannschaft hat den Matchplan gut umgesetzt und sich viele Torchancen erspielt.“

CS