Gute Chancen, keine Punkte

Durch eine 0:2-Heimniederlage gegen Blau Gelb Marburg sind Bornheims Hessenliga-Fußballerinnen mit einem Misserfolg in die Rückrunde gestartet. Da mit Barockstadt Fulda und dem KSV Hessen Kassel II 2 Konkurrenten von Bornheims 1a um den Klassenerhalt ihrerseits dreifach punkten konnten ist für Bornheim die Luft im Kampf um den Klassenerhalt bereits nach dem ersten Rückrundenspieltag deutlich dünner geworden

Ebenfalls ohne Dreier blieb Bornheims 1b, die trotz einer 2:0-Pausenführung gegen den FFV Oberursel am Ende mit einem Punkt zufrieden sein mussten. Hatte Bornheims KOL-Team gehofft, mit einer guten Rückrunde noch einmal in das Aufstiegsrennen eingreifen zu können, dürften sich durch das Remis die letzte leise Hoffnung auf eine Rückkehr in die Gruppenliga bereits frühzeitig zerschlagen haben,

In Anbetracht der Tatsache, dass man es mit Marburg mit dem Tabellenzweiten zu tun bekommen würde, war man sich aus Bornheimer Sicht durchaus bewusst, nicht als Favorit in die Partie zu gehen. Dennoch präsentierte sich die SG in den ersten 45 Minuten absolut auf Augenhöhe und durfte sogar die beste Torgelegenheit des ersten Durchgangs auf dem eigenen Konto verbuchen.

Mit einem Freistoß (17.) war es Anna-Lena Trapp, die mit ihrem Versuch aus 18 Metern aber nur den Querbalken des Marburger Tores traf. Auf der Gegenseite konnten sich die Blau Gelben zwar immer wieder über die Außenpositionen gefährlich nach vorne arbeiten, jedoch fanden die Hereingaben von den Außenpositionen keine Abnehmerinnen, die daraus Kapital hätten schlagen können. Dementsprechend blieb Bornheim Keeperin Lara Krämer in Halbzeit 1 ohne echte Prüfung. Mit dem torlosen Remis verabschiedeten sich schließlich beide Teams auch in die Halbzeitpause.

Nach dem Wiederanpfiff bot sich den Zuschauern an der Berger Straße ein etwas anderes Bild. Marburg schaltete nun deutlich erkennbar einen Gang höher und verschärfte das Tempo. Immer häufiger fand sich das Team von Trainer Adrian Pliske jetzt in der Defensive wieder, verteidigte gegen laufstarke und körperlich sehr präsente Marburgerinnen das eigene Tor zunächst aber noch erfolgreich.

Nach einem eigenen Ballverlust führte das schnelle Umschaltspiel von Blau Gelb dann kurz nach Wiederbeginn (49.) doch zur 1:0-Gästeführung durch Nathalie Erbes, die eine Hereingabe von der rechten Seite aus kurzer Distanz im Bornheimer Tor unterbringen konnte. Dennoch zeigte sich Bornheim aber von diesem Rückstand unbeeindruckt und wäre nur 2 Minuten später fast zum 1:1-Ausgleich gekommen. Allerdings verpasste Bornheim Top-Torschützin Lilly Wiegelmann aus aussichtsreicher Position den schnellen Gegenschlag.

Auch in der Folge hielt Marburg das Tempo weiterhin hoch und hatten das 2:0 auf dem Fuß, das Aluminium verhinderte aber den zweiten Einschlag im Bornheimer Kasten. Noch einmal war es Lilly Wiegelmann die auf der anderen Seite einen möglichen Ausgleichstreffer auf dem Fuß hatte, aber auch in dieser Situation den Ball nicht im Gästetor unterbringen konnte. So waren es in der Schlussphase schließlich die Gäste, die das 2:0 (84.) durch Marie Pietschmann nachlegen konnten die damit die endgültige Entscheidung herbeiführte.

In Anbetracht der eigenen ausgelassenen guten Torgelegenheiten war es verständlich, dass auf Bornheimer Seite am Ende der 90 Minuten Unzufriedenheit herrschte. „Wir haben vieles von dem, was wir uns vorgenommen haben, gut umgesetzt und haben uns auch einige vielversprechende Torgelegenheiten erarbeitet“, zog Bornheims neuer Co-Trainer Tarik Kosovic nach dem Schlusspfiff eine erste Bilanz. „Wenn wir vor dem gegnerischen Tor effektiver gewesen wären, wäre hier für uns trotz eines starken Gegners sicherlich mindestens ein Unentschieden drin gewesen“.

Auf der Gegenseite fand auch der Marburger Coach Nils-Yannik Steitz durchaus lobende Worte für den Gegner: „Bornheim hat einen guten und breiten Kader und sollte trotz der Niederlage nichts mit dem Abstieg zu tun haben. Wenn sie heute ihre Chancen besser genutzt hätten, wäre für Sie sicher mehr möglich gewesen“.

Trotz des gewonnenen Punktes war die Unzufriedenheit im Lager von Bornheims 1b keinesfalls kleiner. Noch zur Pause hatte man gegen den unmittelbaren Tabellennachbarn aus Oberursel mit 2:0 in Front gelegen um sich am Ende dann doch mit einer Punkteteilung zufriedengeben zu müssen.

Bornheims Sportlicher Leiter Christoph Schaaff brachte es dementsprechend auf den Punkt: „Wir haben zur Halbzeit 2:0 geführt und hatten am Ende zwei hundertprozentige Torchancen um das Spiel für uns zu entscheiden. Wenn wir dann in der Summe mit nur einem Punkt aus diesem Match gehen können wir absolut nicht zufrieden sein“, lautete sein Fazit.

Nach einer zunächst ausgeglichenen Anfangsphase war es Aurelia Tillmann, die bereits nach 8 Minuten Bornheim mit 1:0 in Führung brachte. Allerdings ging dem Führungstreffer ein klarer Abwehrfehler des FFV voraus. Noch vor der Pause konnte Tillmann mit ihrem zweiten Treffer auf 2:0 (37.) erhöhen auch wenn das Halbzeitresultat nicht unbedingt den Spielverlauf der ersten Halbzeit widerspiegelte.

Den besseren Start in den zweiten Durchgang erwischten die Gäste-Elf, die durch Judith Gerik auf 2:1 (49.) verkürzen konnte. Ein Freistoß von Paula Myriam Späth sorgte schließlich für den 2:2-Ausgleichstreffer (75.) für das Team von Gästetrainer Maurice Privat.

Im letzten Spieldrittel drängte Bornheim massiv auf den Siegtreffer, vergaß es jedoch sich für die gute Schlussphase entsprechend zu belohnen. Ein auf der Linie geklärter Kopfball von Dilara Günes hätte bereits für die neuerliche Bornheimer Führung sorgen können, eine noch bessere Torgelegenheit bot sich Rückkehrerin Livia Lass. Zwei Minuten vor dem Ende der Partie mit einem gut getimten Zuspiel auf die Reise geschickt, tauchte Lass freistehend vor Keeperin Hannah Ruhnau auf, setze bei ihrem Abschluss den Ball aber um Zentimeter am Pfosten vorbei. So blieb es letztendlich beim aus Bornheimer Sicht enttäuschenden 2:2-Unentschieden.

„Wir sind realistisch genug um zu erkennen, dass nach dem heutigen Spiel die Chance auf den Aufstieg auf ein absolutes Minimum geschrumpft ist“, lautete das ernüchterte Statement von Bornheims Trainer Chris Dietz. „Trotzdem dürfen wir die Flinte jetzt nicht ins Korn werfen und wollen natürlich auch weiterhin unsere Spiele gewinnen“.

C.S.