(K)ein Spiel dauert 90 Minuten

Magere Ausbeute für Bornheims Fußballerinnen. Anstatt der erhofften Dreier, mussten sich beide Teams in ihren jeweiligen Ligaspielen am Ende mit nur einem Zähler begnügen. Besonders bitter war dabei, dass Bornheims Gegnerinnen jeweils in der Nachspielzeit zum Ausgleich kamen und sowohl die 1a als auch die 1b gleichermaßen einen 2 Tore-Vorsprung verspielten.

„Natürlich sind wir mit der Bilanz des Spieltags nicht zufrieden“, fasste Bornheims Sportlicher Leiter Christoph Schaaff das Geschehen zusammen. „Wir wollten mit der 1b nach dem überzeugenden Sieg in der Vorwoche auch weiter mit der Spitzengruppe der KOL in Tuchfühlung bleiben und mit der 1a 3 wichtige Zähler im Kampf um den Klassenerhalt einfahren. Obwohl wir uns zwischenzeitlich in beiden Spielen in eine gute Ausgangsposition gebracht hatten, haben wir das Ziele klar verpasst“, stellte Schaaff enttäuscht fest.

Im Duell mit dem Tabellenvorletzten Viktoria Schaafheim hatte Bornheims Hessenliga-Elf nach einer guten und überlegen geführten ersten Halbzeit das 1:0 (45.) durch Louise Wiegelmann kurz vor der Pause vorgelegt.

Wie schon so oft in der Vergangenheit, war es einmal mehr eine Standardsituation, die den Gästen nach einer Stunde den Ausgleich bescherte. Nach einem vorangegangenen Eckball war es  Anna Kluger, die per Kopf zum 1:1 (60.) für die Viktoria ausgleichen konnte. Ein von Anna-Lena Trapp verwandelter Strafstoß, brachte die SG jedoch erneut mit 2:1 (70.) in Front. Als schließlich Lara Flasdick nur 4 Minuten später sogar auf 3:1 erhöhen konnte, wähnte sich Bornheim bereits auf der Siegerstraße.

Mit dem Rücken zur Wand, setzte Schaafheim in der Schlussviertelstunde alles auf eine Karte und belohnte sich am Ende mit zwei weiteren Treffern und dem Punktgewinn. Nach dem Leonie Linh Pach im Anschluss an einen Freistoß zunächst auf 3:2 (85.) verkürzen konnte, führte in der Nachspielzeit ein gleichermaßen leichtfertiger wie überflüssiger Ballverlust im Mittelfeld zum im Schaafheimer Lager viel umjubelten 3:3 Ausgleichstreffer.

„Am Ende kann es nur ein Fazit geben“, fand Schaaff nach dem Schlusspfiff. „Wir haben heute nicht einen Punkt gewonnen, sondern 2 Punkte verloren“.

Mit nur einem Zähler aus den ersten 3 Rückrundenspielen ist Bornheim in der Tabelle auf Platz 8 abgerutscht und hat nun nur noch einen Punkt Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz. Am kommenden Wochenende gastiert die SG beim KSV Hessen Kassel 2 und muss dann einen erneuten Anlauf starten um gegen einen Mitkonkurrenten um den Klassenerhalt wichtige Zähler auf das eigene Konto zu packen.

„Das wird sicher kein leichtes Spiel für uns“, blickt Schaaff auf den kommenden Spieltag. Spiele gegen Teams deren erste Mannschaft höherklassig spielt, sind immer schwierig. vor allem wenn wie in diesem Fall die erste Mannschaft des Gegners am gleichen Wochenende spielfrei ist. Auch wenn das heute ein Stimmungsdämpfer war, glauben wir aber auch weiterhin an unsere Stärke und dass wir in der Lage sind, gegen jeden Gegner zu punkten“, lässt Schaaff sich auch von dem aktuellen Rückschlag nicht entmutigen.

Nur eine Woche nach dem Erfolgserlebnis beim SC Riedberg, gab es für Bornheims 1b erneut einen Stimmungsdämpfer. Wie schon gegen Oberursel, reichte abermals eine 2:0-Führung nicht aus, um am Ende 3 Punkte in Bornheim zu behalten.

Dabei hatten die Gastgeberinnen vor allem in den ersten 45 Minuten durchaus überzeugen können und lagen zur Pause durch Tore von Sabine Abdulahi und Aurelia Tillmann mit 2:0 in Führung. Nach einer zunächst ereignislosen Anfangsphase, konnte Abdullahi nach schöner Vorarbeit über die rechte Außenbahn den Ball annehmen und umspielte Keeperin Laura Goncalves Tome in Kasten der Germania. Mit ihrem sechsten Saisontreffer erhöhte Tillmann noch vor dem Halbzeitpfiff.

Darüber hinaus hatten sich Bornheim durch einen Freistoß von Abdullahi (23.) und einen Distanzschuss von Merle Schwarz (27.) weitere gute Gelegenheiten geboten das Ergebnis noch weiter in die Höhe zu schrauben. Zudem hatte Abdulahi einen weiteren Treffer auf dem Fuß (32.), doch konnte Ginnheims Schlussfrau mit einer sehenswerten Parade den Einschlag gerade noch verhindern.

Auch nach dem Seitenwechsel änderte sich am Spielgeschehen nicht viel. Bornheim behielt weiterhin die Spielkontrolle, agierte aber rund um den gegnerischen Sechzehner zu kompliziert und suchte zu selten den Torabschluss. Da aber auch Ginnheim immer wieder in der gut gestaffelten Bornheimer Defensive hängen blieb, hatte die 2 Tore-Vorsprung bis zur 66. Spielminute auch weiterhin Bestand.

Ein Freistoß der Gäste läutete schließlich die Wende ein. Mit einem Freistoß aus über 40 Metern, kurz hinter der Mittellinie ausgeführt, konnte Alina Moog Bornheims Keeperin Emily Wasmuth überwinden, die bei diesem Gegentreffer allerdings keine allzu gute Figur abgab.

Gefühlt war dies die Initialzündung für die Germania, die in der Folge nun mutiger agierte und immer wieder den Torabschluss suchte. Dagegen wirkte Bornheim durch diesen Gegentreffer zunehmend verunsichert und geriet immer wieder in die Defensive.

Während Ginnheim mehr und mehr drängte, versuchten die Hausherrinnen den knappen Vorsprung irgendwie über die Ziellinie zu retten, wurden aber in der Nachspielzeit dann doch noch für die vorangegangene Fahrlässigkeit bei der eigenen Chancenverwertung bitter bestraft. Nach einem Eckball war es Alina Luedtke, die mit dem späten Ausgleich für die Germania den eigentlich verdienten Dreier für Bornheim doch noch verhinderte.

„Dass wir heute den Platz nicht als Siegerinnen verlassen haben, haben wir uns selbst zuzuschreiben“, war Trainer Chris Dietz nach dem verpassten Erfolg verständlicherweise angefressen. „Wir haben es versäumt trotz guter Möglichkeiten den Sack vielleicht schon vor der Pause zuzumachen. Stattdessen haben wir den Gegner durch individuelle Fehler zurück ins Spiel geholt und uns damit selbst um den Erfolg gebracht“, fand Dietz.

CS