Crunch-Time für Bornheim
Auf der Zielgeraden der Saison 2025/26 bleibt es für die beiden Bornheimer Frauenteams weiterhin spannend. Während Bornheims 1 b mit einem souveränen 4:1-Erfolg gegen die SpVgg. Bad Nauheim ihre Tabellenführung verteidigen konnte und sich damit vor dem Saisonfinale am kommenden Wochenende beste Chancen auf Meisterschaft und Aufstieg in die Gruppenliga erhalten konnte, musste das Hessenligateam durch eine 2:4 Auswärtsschlappe bei TuS Viktoria Großenenglis einen Rückschlag im Kampf um den Klassenerhalt hinnehmen.
Nur eine Woche nach dem 3:0-Erfolg gegen den MFFC Wiesbaden zeigte das Team von Trainer Tarik Cosovic eine über weite Strecken enttäuschende Leistung und verließ den Platz am Ende verdientermaßen als Verlierer.
Dabei hatte die Partie zunächst durchaus vielversprechend für die Bornheimerinnen begonnen. Zwar hatte Großenenglis bei einem Versuch von Jolina Schuchardt und einen Freistoß von Lara Barth zwei erste gute Offensivaktionen für sich verbuchen können, doch war es Bornheim, das durch einen Treffer von Lara Flasdick nach 16 Minuten mit 1:0 in Führung gehen konnte. Damit schien die Basis für einen möglichen Erfolg bereits frühzeitig gelegt.
Dennoch vermochte auch der Führungstreffer keine Sicherheit ins Spiel der SG zu bringen. Immer wieder versuchte Großenenglis vor allem über lange Bälle und seine große physische Präsenz in den Zweikämpfen vor das Bornheimer Tor zu gelangen und war mit diesem Mittel immer wieder erfolgreich. Nach einer knappen halben Stunde war es schließlich Jana Schwaab, die nach einer Flanke von der rechten Seite aus kurzer Distanz zum 1:1 (26.) vollstrecken konnte.
Auch weiterhin drängte der TuS in Richtung des Bornheimer Tores und belohnte sich nur 10 Minuten später durch Jolina Schuchhardt mit dem Treffer zum 2:1 (35.). Auf der Gegenseite ließ Bornheim die nötige Durchschlagskraft vermissen, um das Tor der Gastgeberinnen ernsthaft in Gefahr zu bringen. Mit der gleichermaßen verdienten wie knappen 2:1-Pausenführung verabschiedeten sich beide Teams nach 45 Minuten in die Kabinen.
Hatte Bornheim zu diesem Zeitpunkt noch gehofft, zumindest einen Zähler aus dieser Begegnung mit nach Frankfurt nehmen zu können, schlug das Pendel in Durchgang zwei mehr und mehr in Richtung der Viktoria aus. Vor allem über die Außenbahnen konnte sich Großenenglis immer wieder entscheidend durchsetzen und damit gefährliche Offensivaktionen kreieren. Bornheim ließ es dagegen defensiv wie offensiv auch weiterhin an der nötigen Präsenz in den Zweikämpfen fehlen, so dass die Gastgeberinnen von Minute zu Minute dominanter wurden.
Konnte sich Bornheim doch einmal vor dem gegnerischen Tor in Position bringen, blieben die Versuche von Lily Wiegelmann, Emily Tran und Lara Flasdick insgesamt aber zu harmlos um das Tor von Celine Ziegler ernsthaft in Gefahr bringen zu können.
Erneut war es ein langer Ball hinter die Bornheimer Kette, die den dritten Treffer der Viktoria einleitete. Ein genau getimtes Zuspiel konnte Anna Lena Wagner aufnehmen und überwand Hannah David im Bornheimer Kasten zum 3:1 (75.). Trotz des 2-Tore-Rückstands wollte sich Bornheim aber nicht geschlagen geben und antwortete kurz darauf durch Louise Wiegelmann mit dem 3:2-Anschlusstreffer (79.). Allerdings profitierte Bornheim dabei von einem Ausrutscher der gegnerischen Torhüterin, die bei einer Abwehraktion den Ball nur abklatschen lassen konnte und Bornheim damit diesen Treffer ermöglichte.
Die erneut aufkeimende Hoffnung fand jedoch ein schnelles Ende. Praktisch im Gegenzug war es Lena Wiegand, die nach einem vorangegangenen Freistoß im Fünfmeterraum zum Kopfball kam und mit dem 4:2 (78.) die zumindest kleine Hoffnung auf wenigstens einen Teilerfolg ein jähes Ende bereitete. In den letzten 10 Minuten der Begegnung erspielte sich Großenenglis gegen jetzt mehr und mehr nachlassende Bornheimerinnen weitere gute Torgelegenheiten, versäumte es aber das Ergebnis weiter nach oben zu schrauben. Somit blieb es am Ende bei einem absolut verdienten 4:2 Erfolg der Heimelf, der bei etwas konsequenterer Chancenverwertung durchaus auch höher hätte ausfallen können.
Durch die Bornheimer Niederlage und den gleichzeitigen Sieg der SG Egelsbach, hat Bornheim den gerade erst erspielten Vorsprung von 4 Punkten auf den ersten Abstiegsplatz bereits fast schon wieder verspielt und steht am kommenden Samstag gegen Mitaufsteiger SG Barockstadt Fulda unter Zugzwang. Bevor Bornheim am letzten Spieltag nach Egelsbach reisen muss, steht neben dem Match gegen Fulda noch ein weiteres Heimspiel gegen das Ligaschlusslicht TSV Pilgerzell an.
„Die beiden Heimspiele sind in unserer Situation natürlich enorm wichtig. Mit zwei Siegen können wir die Grundlage schaffen, am letzten Spieltag zumindest diesen minimalen Vorsprung mit nach Egelsbach zu nehmen“, rechnet Cosovic. „Dann haben wir alles selbst in der Hand.“
Frust auf der einen, Freude auf der anderen Seite: Vor wenigen Wochen im Aufstiegsrennen noch scheinbar aussichtslos abgeschlagen, steht Bornheims 1 b einen Spieltag vor dem Saisonende auf Platz 1 in der KOL und darf sich berechtigte Hoffnungen auf eine Rückkehr in die Gruppenliga machen. Nach dem Last-Minute-Sieg am vergangenen Wochenende über den bis dahin die Tabelle anführenden 1. FC Mittelbuchen II, konnte die Elf von Trainer Chris Dietz auch gegen die SpVgg. Bad Nauheim drei weitere wichtige Zähler einfahren und verteidigte damit die Tabellenspitze.
„Hätte mir vor 5 Wochen jemand gesagt, dass wir am letzten Spieltag als Tabellenführer ins Rennen gehen und den Aufstieg aus eigener Kraft schaffen können, hätte ich ihn vermutlich für verrückt erklärt“, war der Bornheimer Trainer auch diesmal wieder von der beispiellosen Aufholjagd seiner Mädels beeindruckt. Ein Sonderlob hatte Dietz diesmal zudem für Josephine Gonzales Ayere bereit, die mit Leana Schurig Bad Nauheims beste Spielerin jederzeit gut im Griff hatte.
Zuvor hatte sein Team das Match gegen die Kurstädterinnen über weite Strecken klar dominiert. Bereits nach 15 Minuten hatte Bornheims Sabine Abdulahi per Distanzschuss mit ihrem 1:0 die Weichen schon frühzeitig auf Sieg gestellt, bevor Ana Sophie Costa Werner kurz vor dem Halbzeitpfiff auf 2:0 (42.) erhöhen konnte. Auch wenn davor ein Bad Nauheimer Treffer in der ein oder anderen Situation in der Luft gelegen hatte, war der 2-Tore-Vorsprung durchaus verdient.
Auch nach dem Seitenwechsel behielt Bornheim die Spielkontrolle und ließ insgesamt nur wenig zu. Einen sogar aus Bornheimer Sicht fragwürdigen Strafstoß, verwandelte Abdulahi nach 75 Minuten sicher zum 3:0 und schraubte ihr Torekonto damit auf 15 Treffer. Bad Nauheim konnte zwar im Anschluss an eine Ecke noch einmal durch Eylin Singer verkürzen, am Ende war es aber Clara von Arnim, die eine Minute vor dem Spielende mit dem 4:1 die Partie endgültig zugunsten der Bornheimerinnen entschied.
Damit kommt es zum Saisonfinale am kommenden Samstag jetzt zu einem Dreikampf zwischen Bornheim, Mittelbuchen und Haitz, die mit jeweils 37 Punkten die ersten 3 Plätze in der Tabelle der KOL einnehmen. Während sich 2 dieser 3 Teams am Ende über den Aufstieg freuen dürfen, wird eines der Teams dieses Trios zumindest ein weiteres Jahr in der Kreisoberliga verbleiben müssen.
„Es ist wichtig, dass wir als Tabellenführer unser Schicksal selbst in der Hand haben“, findet Bornheims Coach Chris Dietz. „Wenn wir in Langenselbold gewinnen, gehen Titel und Aufstieg nach Bornheim. Deswegen wollen wir natürlich alles dafür tun, auch am letzten Spieltag dreifach zu punkten und eine Saison mit Höhen und Tiefen doch noch mit Meisterschaft und Aufstieg zu krönen“, hofft Dietz.
Verzichten muss der Bornheimer Trainer dabei aller Voraussicht nach auf seine beste Torschützin Sabine Abdulahi die sich im Spiel gegen Bad Nauheim eine Fußverletzung zugezogen hat und das Saisonfinale aller Voraussicht nach verpassen wird.
„Sabine wird uns nach der Saison leider verlassen, da sie aus privaten Gründen nach Wien ziehen wird“, sagt Dietz. „Natürlich wollen wir ihr mit Meisterschaft und Aufstieg den bestmöglichen Abschied aus Bornheim bereiten“.
CS