Bornheims Frust und Freude

Am Ende eines hoch emotionalen Fußballtages standen sich für Bornheims Fußballerinnen Frust und Freude so eng wie nur irgend möglich gegenüber. Gerade hatte sich Bornheims 1 b nach dem 5:0-Erfolg bei der SpVgg. Langenselbold über Meisterschaft und Aufstieg in die Gruppenliga freuen dürfen, als sich auf der anderen Seite der Frust von Bornheims 1 a nach dem 2:2 gegen die SG Barockstadt Fulda breit machte. Bis in die Nachspielzeit hatte man angesichts einer 2:0-Führung den verdienten Sieg vor Augen, bevor 2 Gegentreffer in der Nachspielzeit den Erfolg doch noch zunichtemachten.

Dementsprechend niedergeschlagen und sprachlos standen Bornheim Hessenliga-Fußballerinnen am Ende der 90 Minuten auf dem Kunstrasen an der Bergerstraße und konnte nur schwerlich begreifen warum sie den Platz nicht als Siegerinnen verlassen hatten.

Ganz anders die Gefühlslage dagegen beim Team von Bornheims 1 b. Vor einigen Wochen im Kampf um Meisterschaft und Aufstieg in der Kreisoberliga noch scheinbar aussichtslos abgeschlagen, konnte sich Bornheims „Zweite“ zum Saisonfinale doch noch die Krone aufsetzen und kehrt dank des Erfolgs nach dreijähriger Abwesenheit zurück in die Gruppenliga Frankfurt.

Allerdings tat sich das Team von Trainer Chris Dietz in der Anfangsphase der Partie in Langenselbold zunächst schwer und hätte dabei durchaus in Rückstand geraten können. Schließlich war es der Treffer zum 1:0 (32.) durch Xenia Plesowski, der den bis dahin im Bornheimer Spiel befindlichen Knoten zum Platzen brachte. Kurz vor der Pause war es Zoe Dudek, die mit dem 2:0 (44.) die Nerven von Mannschaft und Trainerstab weiter beruhigte.

Spätestens ab Beginn der zweiten Halbzeit dominierte Bornheim das Geschehen endgültig und schoss durch weitere Treffer von Xenia Plesowski (65.) sowie einem Doppelpack von Leyla Hitzeroth (67./85.) einen standesgemäßen Erfolg für den neuen Meister heraus.

Ein gleichermaßen zufriedener wie glücklicher Bornheimer Trainer Chris Dietz hatte das Fazit für diese Partie, wie auch für die gesamte Saison dann auch schnell gezogen: „Heute hat man uns in der Anfangsphase die Nervosität noch ein wenig angemerkt“, fand Dietz und ergänzte: „Spätestens nach dem Führungstreffer haben wir die nötige Sicherheit gefunden und danach auch nichts mehr anbrennen lassen. Was das gesamte Team im Endspurt der Saison geleistet hat, war sensationell. Als schon keiner mehr an uns geglaubt hat, haben wir nochmal an- und dann voll durchgezogen. Nicht zuletzt deswegen ist der Meistertitel für uns vollauf verdient, weil wir im Schlussspurt die Nerven behalten haben“, so Dietz.

Mit über den Aufstieg freuen, darf sich auch der Tabellenzweite FC Mittelbuchen II, der Bornheim nach einem 0:1-Erfolg in Oberursel in die Gruppenliga Frankfurt begleiten wird. Leer geht dagegen die Zweitvertretung der SG Haitz aus, die als Tabellendritter trotz Punktgleichheit mit Bornheim und Mittelbuchen aus dem direkten Vergleich mit den beiden Mitkonkurrenten als Verlierer zurückbleibt.

Während sich Bornheims 1 b über das Erreichen des selbst gesteckten Ziels Wiederaufstieg freuen kann, müssen Bornheims Hessenliga-Fußballerinnen mehr denn je um ihr Ziel Klassenerhalt bangen.

Durch 2 späte Gegentreffer verpassten es Bornheims Hessenliga-Fußballerinnen, mit einem schon sicher geglaubten Dreier gegen Mitaufsteiger Fulda, einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung Klassenerhalt zu machen und stehen 2 Spieltage vor dem Saisonende einmal mehr mit dem Rücken zur Wand.

Gegen tief stehende Barockstädterinnen, bestimmte Bornheim mit dem Anpfiff über weite Strecken das Spielgeschehen der ersten Halbzeit, versäumte es jedoch daraus entsprechend Kapital zu schlagen. Zwar gelang es Bornheim immer wieder in die gefährliche Zone vor dem gegnerischen Tor vorzudringen, ließ aber auch diesmal im Strafraum die notwendige Entschlossenheit und Konsequenz vermissen, um zum Torerfolg zu kommen. Die beste Chance hatte dabei Louise Wiegelmann, deren Kopfball aber nur die Oberkante der Querlatte touchierte.

Kurz nach dem Seitenwechsel folgte die beste Phase der Gäste-Elf, die jetzt etwas mutiger und offensiver agierte. Mehr als ein Schuss an das Außennetz von Alicia Schmidt sprang dabei aber vorerst nicht heraus. Zählten Standards in der Vergangenheit nicht unbedingt zu den Stärken der Bornheimerinnen, waren es diesmal 2 Eckbälle, die die Gastgeberinnen in Front brachten. Nachdem zunächst Amy Kollien Berend für das 1:0 (55.) gesorgt hatte, konnte Jule Schanbacher nur 2 Minuten später, ebenfalls im Anschluss an einen Eckball, das 2:0 nachlegen.

In Anbetracht des bisherigen Spielverlaufs schien es so, als befände sich Bornheim auf dem Weg zu einem sicheren Dreier. Dem vermeintlichen 3:0 in der Schlussphase der Partie verweigerte der Unparteiische jedoch die Anerkennung, da er im Vorfeld des Treffers ein Handspiel erkannt haben wollte.

Die Uhr auf der Bornheimer Anzeigetafel zeigte bereits 90 abgelaufene Minuten an, als Fulda bei einem seiner wenigen Vorstöße durch Stefanie Schönmeier zum überraschenden 2:1-Anschlusstreffer kam. Der letzte Angriff der Partie sorgte schlussendlich dafür, dass Bornheim der schon sicher geglaubte und eigentlich auch verdiente Erfolg doch noch auf brutalst mögliche Art und Weise entrissen wurde.

Auf der rechten Außenbahn hatte sich Fuldas Magdalena Krug durchsetzen und in den Strafraum eindringen können, wo sie schließlich zu Fall gebracht wurde. Den fälligen Strafstoß versenkte die Gefoulte selbst im Bornheimer Tor und sicherte ihrem Team damit einen wichtigen Zähler im Kampf um den Klassenerhalt.

Durch den verpassten Erfolg ist Bornheim zwei Spieltage vor dem Saisonende wieder auf einen Abstiegsplatz abgerutscht und hat jetzt einen Zähler Rückstand auf das rettende Ufer. Am kommenden Wochenende empfängt Bornheim das Tabellenschlusslicht TSV Pilgerzell und benötigt zwingend 3 Punkte um zum Saisonfinale in Egelsbach am letzten Spieltag die Rettung aus eigener Kraft schaffen zu können.

„Natürlich macht uns das heutige Ergebnis die Sache nicht leichter“, blickt Bornheims Sportliche Leiter Christoph Schaaff auf den kommenden Spieltag. „Auch wenn Pilgerzell bereits als Absteiger feststeht, werden sie uns die Punkte sicher nicht schenken“, weiß Schaaff.  „Wir haben jetzt maximalen Druck, aber das haben wir uns selbst zuzuschreiben und müssen damit umgehen. Wir haben absolut das Potential, um den Klassenerhalt zu schaffen aber wir müssen im Abschluss effizienter werden und dürfen defensiv nicht immer wieder solche Geschenke verteilen wie heute“.

CS