Heißer Tanz am Kaltenborn
Am Ende war es das erwartet schwere Match: Im Duell mit dem Regionalliga-Absteiger SG Haitz musste sich die SG Bornheim am gefürchteten Gelnhäuser Kaltenborn in einem torreichen Spiel mit 5:3 geschlagen geben, konnte dem Tabellenführer in einer torreichen Begegnung dabei aber zumindest zeitweise Paroli bieten.
Ebenfalls ohne Punkte blieb Bornheims 1c, die in der Kreisliga A beim Spitzenreiter SG Egelsbach II knapp mit 1:2 unterlag. Für zumindest einen Zähler reichte es dagegen für Bornheims 1b, die sich mit einem 2:2 bei der FSG Leeheim/Crumstadt belohnte.
Auf dem fast schon traditionell schwer zu bespielenden Rasen in Haitz hatten sowohl das Wetter als auch das vorangegangene Lokalderby der Haitzer Reserve gegen Langenselbold ein Übriges getan, um die ohnehin schwierigen Platzverhältnisse weiter zu verschlechtern. Trotzdem erwischte Bornheim einen guten Start. Die ersten Großchancen verbuchten allerdings die Gastgeberinnen, die jedoch mehrfach an der überragenden Hannah David im Bornheimer Tor sowie am Aluminium scheiterten.
Etwas treffsicherer zeigte sich auf der Gegenseite Anna Lena Trapp, die per Freistoß das frühe 1:0 (9.) für Bornheim erzielte. Dies wirkte jedoch wie ein Weckruf für die Heimelf, die das Spielgeschehen zunehmend an sich riss. Nach 22 Minuten war auch Bornheims glänzend aufgelegte Keeperin machtlos, als Lisa Förster zum 1:1 ausglich. Danach gelang Bornheim kaum noch Entlastung. Die brandgefährliche Haitzer Offensive um Förster stellte die Bornheimer Hintermannschaft mit schnellen, präzisen Angriffen fast im Minutentakt vor Probleme. Fast folgerichtig kam Haitz durch Treffer von Julia Seufert (26.), Alina Seikel (31.) und erneut Förster (44.) zu einer verdienten 4:1-Pausenführung, die auf Bornheimer Seite bereits Sorgen vor einem Debakel schürte.
Die zweiten 45 Minuten liefen aus Bornheimer Sicht jedoch deutlich besser. Zwar dominierten die von Ex-Bundesligaprofi Reinhold Jessel trainierten Gastgeberinnen weiter das Spiel, doch die Bornheimerinnen standen defensiv nun spürbar kompakter. Zudem blieb David ein starker Rückhalt. Nach einem Foul an Amy Kollien Berend im Strafraum entschied der Unparteiische in der 75. Minute auf Strafstoß für Bornheim, den Ayana Toyoda sicher zum 4:2 verwandelte.
Nur vier Minuten später stellte Förster mit ihrem bereits 19. Saisontreffer zum 5:2 den alten Abstand wieder her. Lilly Wiegelmann konnte zwar noch einmal auf 5:3 (81.) verkürzen und hatte kurz vor Schluss sogar ein weiteres Tor auf dem Fuß, am Ende blieb es jedoch beim verdienten Erfolg des Tabellenführers.
Trotz der Niederlage war Trainer Tarik Cosovic nach dem Spielende aber nicht vollkommen unzufrieden: „Wir sind eigentlich gut gestartet und in Führung gegangen, haben dann aber bis zur Pause den Fokus verloren und dem Gegner das Toreschießen viel zu leicht gemacht. Die zweite Halbzeit war deutlich besser. Dass man gegen einen Gegner mit so viel Qualität nicht alles wegverteidigen kann, ist klar. Unsere Leistung nach dem Seitenwechsel war auf jeden Fall deutlich besser.“
Bereits am Mittwoch kommt es in Bornheim zum schnellen Wiedersehen, wenn die SG in der ersten Runde des Regionalpokals erneut auf die SG Haitz trifft.
„Wir nehmen die Erfahrungen aus dem heutigen Match mit und wollen das, was uns heute nicht gut gelungen ist, am Mittwoch besser machen.“ erhofft sich Cosovic von der Partie auf dem heimischen Kunstrasen Vorteile für sein Team.
Ähnlich beurteilt auch Bornheims Sportlicher Leiter Christoph Schaaff die Situation: „Natürlich wird Haitz auch in diesem Spiel die Favoritenrolle einnehmen, aber auf unserem Kunstrasen haben wir die Chance, unsere fußballerischen Qualitäten besser unter Beweis zu stellen. Wir hoffen auf eine Überraschung.“
Weiter auf Kurs Klassenerhalt bleibt Bornheims 1b, die bei der FSG Leeheim/Crumstadt den einzigen Bornheimer Zähler des Spieltags ergatterte. Auch der frühe Rückstand durch das 1:0 von Yasmin Schmidt (8.) schockte den Aufsteiger nicht. Nach einem punktgenauen Zuspiel von Darina Prissjashnik egalisierte Lilly Reichhardt mit einem überlegten Abschluss nach 16 Minuten zum 1:1. Bornheim war über weite Strecken der ersten Halbzeit die spielbestimmende Mannschaft und hätte dank guter Gelegenheiten bereits vor der Pause auch in Führung gehen können.
Nach dem Seitenwechsel belohnte Xenia Plesowski die SG schließlich mit dem verdienten Führungstreffer zum 1:2 (57.). In der Folge entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel. Ein „Sonntagsschuss“ von Katharina Plesch zwölf Minuten vor dem Ende sorgte jedoch für den Ausgleich der Gastgeberinnen. Zwar hatte Bornheim in den Schlussminuten noch die Chance, das Match wieder auf seine Seite zu ziehen, verpasste aber den erlösenden Siegtreffer.
Mit Blick auf die in der Schlussphase vergebenen Möglichkeiten war Trainer Chris Dietz in seiner Spielbewertung ein wenig zwiegespalten: „Wir waren sicherlich nicht die schlechtere Mannschaft und hätten den Sieg am Ende vielleicht sogar verdient gehabt. Vor dem zweiten Gegentor waren wir bei einem Einwurf taktisch nicht clever genug und hatten zudem genug Möglichkeiten, einen dritten Treffer zu erzielen. Von daher müssen wir am Ende mit der Punkteteilung leben, können das aber auch.“
Ein enges Match lieferte Bornheims 1c dem nach wie vor noch verlustpunktfreien Spitzenreiter SG Egelsbach II. Nachdem Yassna Jami die Gastgeberinnen nach 20 Minuten mit 1:0 in Führung gebracht hatte, hielt Bornheim das Spiel lange Zeit offen.
Knapp 15 Minuten vor dem Ende gelang Emilia Steppan mit dem 2:0 (74.) die Vorentscheidung. Zwar konnte Dilara Günes kurz vor dem Abpfiff noch einmal auf 2:1 (88.) verkürzen, für mehr sollte es trotz weiterer Torgelegenheiten in der Schlussphase jedoch nicht mehr reichen.
Mit neun Punkten aus fünf Spielen rangiert das Team von Trainerin Nicole Pöltl aktuell auf Platz 5 der Tabelle, hat allerdings bisher zwei Spiele weniger ausgetragen als das Führungsduo aus Egelsbach und von Türk Gücü Hanau. Sollten die Nachholspiele erfolgreich gestaltet werden, könnte Bornheim zumindest auf den Tabellenzweiten Hanau aufschließen.
Ungeachtet dessen, bleibt man aber im Bornheimer Lager tiefenentspannt: „Dafür, dass wir in nahezu jedem Spiel mit einem anderen Kader am Start sind und nur einmal pro Woche trainieren, können wir mit dem bisherigen Saisonverlauf ergebnistechnisch völlig zufrieden sein. Wir ziehen das weiter durch und schauen dann am Ende der Vorrunde, wo wir stehen“, erklärt Schaaff.
C.S.