Es werde Licht

Frohe Ostern SG Bornheim: Mit überzeugenden Leistungen gegen den TSV Klein Linden und die SG Haitz II konnten sich Bornheims Fußballerinnen zu Ostern über ein 6 Punkte-Wochenende freuen. Während das KOL-Team nach dem unerwartet deutlichen 6:0-Erfolg gegen den Tabellenzweiten Haitz das kleine Licht in Sachen Aufstieg weiterhin am Leuchten halten konnte, sammelte das Hessenliga-Team 3 eminent wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt.

„Die Mädels haben heute den Matchplan hervorragend umgesetzt und sich endlich auch einmal für eine sehr gute Leistung belohnt“, lautete die Analyse von Bornheims Coach Tarik Cosovic. „Wir hatten eine ausgezeichnete Trainingswoche und ich war mir sicher, dass wir heute eine große Chance auf die 3 Punkte haben“, fand ein zufriedener Bornheimer Trainer.

Von der ersten Minute an knüpfte Bornheim an die gute Leistung aus der zweiten Halbzeit des Spiels in Kassel an und schien den Frust der Niederlage aus der Vorwoche aus den Kleidern geschüttelt zu haben. Aus einer stabilen Defensive heraus gelang es Bornheim schnell ins Gegenpressing zu kommen und auch verlorene Bälle umgehend zurückzuerobern. Über ihr sicheres Kombinationsspiel mit vielen Ballstafetten ging von den Gastgeberinnen immer wieder Gefahr aus. Eine erste gute Gelegenheit für Bornheim ergab sich für Mara Hambrock (12.), die einen zu kurz geratenen Rückpass der TSV-Defensive erlaufen konnte, aus spitzem Winkel aber nur das Außennetz traf.

Häufig konnte sich die SG auf den Außenpositionen durchsetzen, jedoch fanden die Hereingaben wie zuletzt so oft, keine entsprechenden Abnehmerinnen. Kam Bornheim darüber hinaus zu Abschlüssen aus der Distanz oder aus Freistößen, mangelte es an der Präzision, um Keeperin Janina Beffart im TSV-Tor ernsthaft in Bedrängnis zu bringen. So war es dann auch Klein Lindens Schlussfrau die bei einem weiteren Versuch von Hambrock mit einer Glanzparade ihr Team zunächst noch vor dem Rückstand bewahren konnte.

Im Anschluss an die nachfolgende von Greta Riemenschneider getretene Ecke, war es ein Kopfball von Clara von Oettingen der am Lattenkreuz landete, bevor Jule Schanbacher den zurückspringenden Ball im zweiten Versuch doch noch zum 1:0 (38.) im Gästetor versenken konnte.

Die Freude über den zu diesem Zeitpunkt verdienten Führungstreffer währte jedoch nicht lange. Nach einem der wenigen Fehler im Bornheimer Spielaufbau, war es Pia Stock die mit dem ersten ernsthaften Versuch des Mitaufsteigers noch vor der Pause den etwas überraschenden Ausgleichstreffer erzielen konnte.

Auch mit dem Wiederanpfiff zur zweiten Halbzeit änderte sich wenig am Spielgeschehen auf dem Kunstrasen an der Berger Straße. Die Gastgeberinnen wirkten auch weiterhin hoch fokussiert, während sich Kleinlinden nur sporadisch im letzten Drittel vor dem Bornheimer Tor zeigte. Nach wie vor versuchte sich die SG immer wieder in gute Abschlusssituationen zu bringen, es blieb aber dabei, dass wie schon in so manchen Spielen zuvor, der letzte Punch fehlte.

Somit bedurfte es eines Standards, um Bornheim ein weiteres Mal in Front zu bringen. Mit einem schönen Steckpass von Rie Odaira bedient, war es Mara Hambrock die im Strafraum von zwei Verteidigerinnen in die Zange genommen und zu Fall gebracht wurde. Richtigerweise entschied Schiedsrichter Malte Sattler nach dieser Situation auf Strafstoß, den Greta Riemenschneider sicher im Tor unterbringen konnte.

Kurz darauf war es Jule Schanbacher, die auf 3:1 hätte erhöhen können. Zentral an der 16 Meter-Marke angespielt, setzte Schanbacher das Leder aber knapp neben den Pfosten (62.)

Auch der Dreifachwechsel von Gästetrainer Jan Becke führte zu keinen positiven Veränderungen im Spiel seiner Elf. Gefährliche Aktionen das TSV blieben ungeachtet des frischen Personals weiterhin Mangelware. Da auch Bornheim aus seinem spielerischen Übergewicht weiterhin kein Kapital schlagen konnte, blieb die Partie bis in die Schlussphase offen.

Knapp 80 Minuten waren gespielt, als Hambrock erneut frei vor dem Tor auftauchte, bei ihrem Versuch aber ein weiteres Mal an Beffart scheiterte. Wie schon vor Bornheims Treffer Nummer 1 war es auch diesmal der zweite Ball, der den Torerfolg brachte und Lara Flasdick mit einem überlegten Heber das Leder letztendlich doch noch im Tor unterbringen konnte. Den letzten noch verbliebenen Zweifel an einem Bornheimer Erfolg hätte Rie Odaira beseitigen können, fand mit ihrem Freistoß jedoch in Klein Lindens Schlussfrau ihre Meisterin. So blieb es am Ende beim mehr als verdienten Erfolg für die SG, die dank des Dreiers die unmittelbaren Abstiegsplätze wieder verlassen konnte.

„Nach manchen Schattenseiten in den letzten Spielen haben wir diesmal viel Licht gesehen und haben 3 extrem wichtige Punkte geholt“, war Bornheims Sportlicher Leiter Christoph Schaaff erleichtert. „Wir haben einmal mehr gesehen, was wir zu leisten imstande sind, wenn wir es schaffen das vorhandene Potential über 90 Minuten abzurufen und alles in die Waagschale werfen. Solange wir auf diesem Niveau agieren, müssen wir uns definitiv vor niemandem verstecken“, so Schaaff.

Nach einem spielfreien Wochenende ist Bornheim am nächsten Spieltag beim Tabellendritten SC Dortelweil zu Gast. Hatte man sich dort vor kurzem im Regionalpokal noch mit 2:6 geschlagen geben müssen, wollen die Bornheimerinnen diesmal in der Liga ein besseres Bild abgeben. „Wir wollen auf jeden Fall versuchen die gleiche Energie auf den Platz zu bringen wie heute“, schaut Coach Cosovic auf das kommende Spiel. „Wenn uns das gelingt, haben wir sicherlich die Chance auch von dort etwas mitzunehmen“ findet Cosovic.

Rundum zufrieden war man auch im Lager von Bornheims 1b nach dem unerwartet klaren Erfolg gegen den Tabellenzweiten SG Haitz II. Mit dem Wissen dreifach punkten zu müssen um sich die letzte, wenn auch kleine Chance im Kampf um den Aufstieg erhalten zu wollen, bewies das Team von Trainer Chris Dietz Nervenstärke.

„Das war heute eine fantastische Leistung der gesamten Mannschaft“, war Dietz voll des Lobes für sein Team. „Auch wenn wir vielleicht in der ein oder anderen Situation das nötige Quäntchen Glück hatten, war das dennoch ein hochverdienter Erfolg für uns“, fand Bornheims Coach.

Und in der Tat hätte Bornheim trotz der 6 Treffer bei einer etwas besseren Chancenverwertung durchaus einen noch höheren Erfolg herausschießen können. Bereits in Halbzeit eins hatte Bornheim das Spielgeschehen klar dominiert und legte früh den ersten Treffer vor. Nach einer kurz ausgeführten Ecke war es eine Hereingabe von Vera Klingebiel, die Sabine Abdulahi per Kopf am langen Pfosten stehend, zum 1:0 verwerten konnte.

Nach einem Fehler in der Haitzer Defensive war es Livia Lass, die nur 2 Minuten später das 2:0 nachlegte. Immer wieder versuchte Bornheim in der Folge über ein schnelles Umschaltspiel vor das gegnerische Tor zu gelangen und erspielte sich dabei 2 weitere hochklassige Torchancen. Sowohl Abdulahi als auch Lass ließen jedoch beide ungenutzt.

Da die Gäste lediglich bei einem Freistoß (22.) der das Ziel aber knapp verfehlte, Gefahr ausstrahlen konnten, war der Rückstand in dieser Höhe eher schmeichelhaft.

Trotz des Vorsprungs war man sich im Bornheimer Lager aber keineswegs sicher, sich bereits auf der Siegerstraße zu befinden. Auch in den beiden letzten Heimspielen hatte Bornheims 1b jeweils mit 2 Toren in Front gelegen, um sich dann am Ende doch nur mit jeweils einem Punkt begnügen zu müssen. Als Haitz kurz nach der Pause durch Liane Krieger bei seiner besten Torgelegenheit an der hervorragenden Lara Krämer im Bornheimer Tor scheiterte, fürchtete so mancher, dass sich ein solches Szenario vielleicht wiederholen könnte. Der Treffer von Livia Lass zum 3:0 (49.) unmittelbar im Anschluss an die Haitzer Chance, sorgte jedoch schnell für die notwendige Sicherheit. Weitere Treffer von Jenny Zitnik (53.), Dilara Günes (65.) und Merle Finger (90.) sorgten schließlich für einen klaren und in der Höhe unerwarteten Bornheimer Erfolg.

Mit jetzt 28 Punkten ist Bornheim vorerst auf Tabellenrang 2 vorgerückt, benötigt aber neben eigenen Erfolgen auch weiterhin Schützenhilfe, um vielleicht doch am Ende auf Platz 1 vorrücken zu können.

„Natürlich trauern wir jetzt schon ein wenig den 4 Punkten hinterher, die wir unnötigerweise gegen Oberursel und Ginnheim liegen gelassen haben“, fand Dietz. „Hätten wir die 4 Zähler mehr auf dem Konto, wären wir jetzt nur einen Punkt hinter Spitzenreiter Mittelbuchen und hätten alles in der eigenen Hand“, so Dietz.

CS