Arbeitssieg mit Schönheitsfehlern

„Am Ende glänzt das Ergebnis“ – mit diesem berühmten Zitat von Thomas Tuchel ließ sich der Heimauftakt der Bornheimer Hessenliga-Frauen am vergangenen Wochenende perfekt zusammenfassen. Gegen den Aufsteiger DSC Allendorf/Eder stimmte am Ende vor allem das Resultat (3:2), während an anderen Stellen noch Luft nach oben blieb.

Nach dem Unentschieden in Düdelsheim an Spieltag 1 sollte im ersten Heimspiel der Saison unbedingt ein Dreier her. Die Gäste aus Nordhessen machten es der SG jedoch von Beginn an ausgesprochen schwer: Mit einer tief gestaffelten, robusten Defensive versuchte der Liganeuling, das eigene Tor zu verbarrikadieren.

Bornheim nahm den Kampf an und drängte den DSC sofort hinten rein. Der Matchplan, mit einem frühen Tor den vielzitierten Dosenöffner zu finden, schien perfekt aufzugehen, als Luisa Marie Gaudl die Heimelf bereits nach einer Viertelstunde hochverdient mit 1:0 in Führung brachte. Trotz der eigenen Überlegenheit verpasste es die Cosovic-Elf im Anschluss jedoch nachzulegen. Gegen das dichte Abwehrbollwerk agierte die SG oft zu umständlich und verpasste den Moment für Abschlüsse aus der zweiten Reihe, was aber ein durchaus adäquates Mittel hätte sein können.

Die Quittung folgte in der 22. Minute: Wie aus dem sprichwörtlichen Nichts, hämmerte Allendorfs Friederike Koch einen Freistoß aus gut 30 Metern genau in den Torwinkel zum1:1-Ausgleich. Der Treffer sollte Wirkung hinterlassen. Bis zum Pausenpfiff schlichen sich jetzt vermehrt Ungenauigkeiten und leichte Fehler in das Bornheimer Spiel ein.

Nach dem Seitenwechsel fand die SG ihren spielerischen Faden wieder. In der 55. Minute war es Lilly Wiegelmann, die Bornheim mit dem 2:1 auf die Siegerstraße brachte. Die Defensive stand nun zunächst sicher und als Nola Bawidamann in der 84. Minute per Distanzschuss auf 3:1 erhöhte, schien der Deckel drauf zu sein.

Ein folgenschwerer Abstimmungsfehler in der Defensive brachte den DSC durch Paula Nolte (90.) kurz vor dem Abpfiff aber noch einmal auf 3:2 heran. In einer turbulenten Nachspielzeit warf der Gast noch einmal alles nach vorne, doch die Bornheimerinnen brachten den knappen Vorsprung clever über die Zeit.

Trotz des Erfolges war man auf Bornheimer Seite nur teilweise zufrieden: „Wenn wir die 90 Minuten Revue passieren lassen, ist das Resultat nicht zufriedenstellend“, nahm Bornheims Sportlicher Leiter Christoph Schaaff trotz des Erfolges eine kritische Haltung ein. „Wir waren fast über die gesamte Partie das bessere Team und hätten hier eigentlich einen lockeren und ungefährdeten Sieg einfahren müssen. Sieht man aber auf das Resultat, könnte man annehmen, dass das nicht so gewesen wäre“, kritisierte Schaaff.

Etwas positiver fiel die Bewertung von Bornheims Coach Tarik Cosovic aus: Wir haben in der Pause nochmal das ein oder andere angesprochen, was wir dann auch deutlich besser umgesetzt haben als in der ersten Halbzeit. Das war heute ein Arbeitssieg und es war hart und ekelig. Am Ende hätten wir auch 4 oder 5 Tore schießen können, was zählt sind letztlich die 3 Punkte“, wollte aber auch Cosovic nicht ganz ohne Kritik bleiben.

Mit dem Dreier klettert Bornheim auf Tabellenplatz zwei. Eine echte Momentaufnahme, denn am nächsten Wochenende wartet auswärts mit der TSG Lütter der amtierende Vizemeister. An die beiden Spiele der Vorsaison haben die Bornheimerinnen allerdings keine guten Erinnerungen. Während man im Hinspiel auf eigenem Platz mit 1:5 unterlag, kam man bei der 0:6-Pleite im Rückspiel sogar noch deutlicher unter die Räder, will das aber diesmal auf jeden Fall besser machen.

Deutlich weniger Nerven kostete der Auftritt der neu formierten 1 C der SG Bornheim. Gegen den SC Weiß-Blau Frankfurt feierte das Team von Trainerin Nicole Pöltl einen hochverdienten 6:1-Kantersieg.

Nachdem die Tormaschinerie rund 20 Minuten Anlaufzeit benötigte und beste Chancen liegen gelassen wurden, brach Olivia Hall (19.) den Bann. Noch vor der Pause schraubten Xenia Plesowski (30.), Alicia Cid Rodrigues (31.) sowie ein Eigentor der Gäste das Ergebnis auf ein vorentscheidendes 4:0 nach oben.

Auch fünf Wechsel zur Halbzeit brachten den Bornheimer Spielfluss kaum ins Stocken. Darina Prissjashnik (58.) und erneut Plesowski (73.) erhöhten zwischenzeitlich auf 6:0, ehe Sahar Jahed in der Schlussminute den Ehrentreffer zum 1:6-Endstand für die Gäste erzielte.

Spielertrainerin Nicole Pöltl zeigte sich nach dem Abpfiff hochzufrieden: „Wir haben eine sehr ansprechende Leistung gezeigt und auch in der Höhe des Ergebnisses geht in Ordnung. Diesmal war die Chancenverwertung kein Problem, gegen stärkere Gegner müssen wir da aber noch eine Schippe drauflegen.“

C.S.