Mit leeren Händen

Mit leeren Händen mussten Bornheims Fußballerinnen die Heimreise von ihren Auswärtspartien zum Auftakt in die Rückrunde antreten. Während das Verbandsliga-Team beim SC Olympia Lorsch mit 3:2 den Kürzeren zog, musste das Gruppenliga-Team um das neue Trainer-Duo Michael Mau / Michael Fink eine bittere 0:3-Schlappe bei der FSG Niedermittlau einstecken.

Das vorab zu einem der beiden „Endspiele“ um den Klassenerhalt in der Gruppenliga erklärte Duell gegen die bislang noch punktlose FSG, hätte im Falle eines Bornheimer Sieges einen entscheidenden Schritt in Richtung Ligaerhalt darstellen können. Stattdessen geriet das Match zum Fiasko, gleichwohl es durchaus auch einen anderen Verlauf hätte nehmen können. Bornheim startete gut in die Partie und hatte schon früh die Gelegenheit, durch Sabine Abdulahi (10.) in Führung gehen zu können. Auch in der Folge war Bornheim die spielerisch bessere und tonangebende Elf und konnte eine weitere Tormöglichkeit von Abdulahi (19.) für sich verbuchen. Die Hausherrinnen hingegen versuchten ausschließlich mit langen, aber meist erfolglosen Bällen in die Spitze ihr Glück.

Knapp 30 Minuten waren gespielt und bislang hatte nichts auf einen Niedermittlauer Erfolg hingedeutet, als sich schließlich Milena Hagest gegen die SG-Defensive durchsetzen und mit dem ersten Schuss auf das Tor das 1:0 erzielen konnte. Bornheim konnte diesen überraschenden Nackenschlag zwar zunächst gut wegstecken, musste aber noch vor dem Pausenpfiff mit dem zweiten Torschuss auf den eigenen Kasten auch das 2:0 (42.) durch Melanie Seib hinnehmen und erhielt somit eine Lehrstunde in Sachen Effizienz.

Auch nach Wiederanpfiff waren es die Gäste, die durch Emine Kizilkaya (56.) eine gute Gelegenheit für sich verzeichnen konnten, die aber aus aussichtsreicher Position vergab. Als Spielführerin Sina Martin nach 70 Minuten am Pfosten des Niedermittlauer Tores scheiterte, zeichnete sich das ungute Ende bereits mehr als deutlich ab.

Erst als Bornheim in der Schlussviertelstunde noch einmal alles nach vorne warf, boten sich der FSG schließlich die Räume, den ein oder anderen Konter zu fahren. Nachdem Sabrina Senzel und Melanie Seib zunächst noch gescheitert waren, machte in der Schlussminute Viktoria König mit ihrem Treffer zum 3:0 die Bornheimer Niederlage endgültig perfekt.

Dementsprechend enttäuscht war Bornheims neuer Coach Michael Mau dann auch nach dem Schlusspfiff: „Wir hatten uns viel vorgenommen und waren nach der guten Leistung aus dem Testspiel am vergangenen Samstag eigentlich auf dem richtigen Weg. Wir wussten, dass uns heute eher ein kampfbetontes Match erwartet, haben aber diesen Kampf nicht konsequent genug angenommen. Dennoch hätten wir bei besserer Chancenverwertung heute das Spiel für uns entscheiden können, stattdessen haben wir uns aber auskontern lassen“, so Mau.

Durch diese Niederlage hat jetzt Bornheim die rote Laterne übernommen. „Noch ist aber nichts verloren“, befand Mau. „Es sind noch genug Punkte zu holen und spätestens im Rückspiel auf eigenem Platz können wir die Pleite von heute wieder korrigieren.“

Auch seine Trainerkollegin von Bornheims Verbandsliga-Truppe, Christina Depta, war am Ende nicht wirklich zufrieden mit der Leistung ihrer Mannschaft. „Wir haben die Anfangsphase des Spiels verschlafen und sind erst nach dem 0:3 so richtig wach geworden“, lautete ihre Analyse nach den vorangegangenen 90 Minuten. Bereits nach 20 Minuten sah sich Bornheim, das mit Laura Susset , Marie Fries, Lotta Meindl und Darina Prisjashnik gleich auf mehrere Stammkräfte verzichten musste, durch 2 Treffer von Angelique Danzberger mit 0:2 im Hintertreffen. Insbesondere die schnelle Laureen Deckenbach sorgte über die linke Lorscher Angriffsseite für großen Druck auf die Bornheimer Hintermannschaft. Als nach 34 Minuten Ronja Dambier per Strafstoß gar auf 0:3 erhöhen konnte, schien sich auch für Bornheims „Erste“ ein rabenschwarzer Tag abzuzeichnen. Der postwendende Anschlusstreffer von Tabea Radloff (36.) ließ jedoch schnell wieder Hoffnung aufkeimen. Praktisch mit dem Pausenpfiff konnte Jenny Zitnik noch vor dem Seitenwechsel den Anschlusstreffer markieren und brachte die SG damit endgültig zurück in die Partie.

Nach der Pause hatte Bornheim das Match deutlich besser im Griff und konnte das Spielgeschehen nun zunehmend in die gegnerische Spielhälfte verlagern. Größere Torgelegenheiten resultierten daraus allerdings nicht, was nicht zuletzt auch an der Auslegung der Abseitsregelung durch den Unparteiischen lag, der die Bornheimer Spielerinnen bei einigen aussichtsreichen Situationen im Abseits gesehen haben wollte.

Dennoch hätte es fast doch noch für ein Remis gereicht, jedoch scheiterte Bornheims Vera Klingebiel kurz vor dem Spielende an Lorschs Keeperin Nicole Flath.

Am kommenden Wochenende wartet ein Heimspiel-Doppelpack auf die beiden Bornheimer Teams. Während in der Abstiegsrunde der Gruppenliga das Duell gegen den FC Neu Isenburg ansteht, empfängt die SG in der Aufstiegsrunde der Verbandsliga die SG Egelsbach.

 

CS